Ureol
Ureol ist ein historisch geprägter Begriff für hochpräzise Modellbauplatten aus Polyurethan (PU). Ursprünglich als Markenname verwendet, hat sich „Ureol“ im Sprachgebrauch vieler Anwender als Synonym für PU‑Blockmaterial im Modell‑ und Formenbau etabliert.
Die erste Ureol‑Modellbauplatte wurde 1981 von Rudolf RAMPF entwickelt und markierte einen technologischen Wendepunkt im Modellbau. Heute ist der Name Ureol als Marke eingetragen, während das Original‑Produkt von RAMPF unter der Marke RAKU® TOOL weitergeführt wird.
Historische Einordnung und Herkunft von Ureol
Entgegen einer weitverbreiteten Annahme wurde Ureol nicht von Huntsman erfunden. Die erste Ureol‑Modellbauplatte entstand 1981 bei RAMPF Tooling Solutions durch Rudolf RAMPF. Während der Vertrieb anfangs unter anderem über Ciba und später über Huntsman erfolgte, ist Ureol heute eine eingetragene Marke der Bodo Möller Chemie GmbH. RAMPF entwickelt das Original-Blockmaterial hingegen kontinuierlich weiter und vertreibt es weltweit unter der Marke RAKU® TOOL.
Bedeutung von Ureol im modernen Modellbau
Ureol‑Modellbauplatten aus Polyurethan wurden entwickelt, um Naturwerkstoffe wie Tropenhölzer (z. B. Mahagoni) zu ersetzen. Dadurch wurde:
- die Maß‑ und Formstabilität signifikant verbessert,
- der Einfluss von Temperatur und Luftfeuchtigkeit drastisch reduziert,
die Reproduzierbarkeit von Messergebnissen bis in den Mikrobereich ermöglicht.
Ureol‑Platten gelten daher als Standardmaterial für präzise Modell‑, Design‑ und Urmodelle.
Merkmale und Besonderheiten von Ureol‑Modellbauplatten
- Polyurethan‑Blockmaterial (kein Naturprodukt)
- Homogene, faserfreie Materialstruktur
- Sehr hohe Maß‑ und Dimensionsstabilität
- Geringer thermischer Ausdehnungskoeffizient
- Sehr feine Oberflächenqualitäten
- Sehr gute manuelle und CNC‑Bearbeitbarkeit
- Konstante chemische und mechanische Eigenschaften
- Hohe Präzision auch bei klimatischen Schwankungen
Die heutigen RAKU® TOOL‑Platten decken Dichtebereiche von ca. 0,6 – 0,72 g/cm³ ab.
Typische Anwendungsfälle
Ureol‑ bzw. Ureol‑artige Modellbauplatten werden eingesetzt für:
- Designmodelle
- Urmodelle
- Datenkontrollmodelle
Praxisbeispiele
- Designmodell im Automotive‑Styling, gefräst aus einer Ureol‑Modellbauplatte
- Urmodell für eine Negativform, als Basis für Guss‑ oder Laminierprozesse
- Datenkontrollmodell, bei dem Maßstabilität im µm‑Bereich erforderlich ist
Vorteile und Nutzen von Ureol‑Modellbauplatten
- Extrem präzise Bearbeitung
- Klimatisch stabile Messergebnisse
- Kein Quellen, Schwinden oder Verzug
- Ersatz für Tropenhölzer → nachhaltiger
- Sehr gute Oberflächenqualität ohne Faserstruktur
- Zeiteffiziente Herstellung komplexer Geometrien
- Hohe Wirtschaftlichkeit im Modellbau
- „Made in Germany“ bei Original‑Systemen
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist Ureol?
Ein historischer Markenname für PU‑Modellbauplatten.
Wer hat Ureol erfunden?
Rudolf RAMPF im Jahr 1981.
Gibt es Ureol heute noch?
Ja, als Marke – das Original‑Material wird heute als RAKU® TOOL angeboten.
Ureol steht historisch für den Durchbruch moderner Polyurethan‑Modellbauplatten und veränderte den Modell‑ und Formenbau nachhaltig. Entwickelt von Rudolf RAMPF, ersetzte das Material Naturhölzer durch ein hochpräzises, dimensionsstabiles und industriell reproduzierbares PU‑Blockmaterial.
Heute lebt die ursprüngliche Idee von Ureol in den bewährten RAKU® TOOL‑Systemen weiter, die weltweit als Benchmark für Design‑, Ur‑ und Kontrollmodelle gelten. Ureol ist damit weniger nur ein Produktname als vielmehr ein Meilenstein der Modellbaugeschichte.