Für eine Kreislaufwirtschaft, die Ökologie und Ökonomie vereint (v. l. n. r.): Marco Werth (Director Business Center Recycling Polyols bei RAMPF Advanced Polymers), Florian Bilic MdB, Michael Kugler (Director of Sustainability bei RAMPF Advanced Polymers) und Alexander Ege (CTO von RAMPF Advanced Polymers).

29. Juli 2026

Florian Bilic MdB besucht RAMPF in Pirmasens: Kreislaufwirtschaft im Fokus

Mit innovativen Recyclingtechnologien und marktwirksamen Anreizen zu mehr Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen

Auf einen Blick

  1. Bei seinem Besuch bei RAMPF in Pirmasens betont Florian Bilic MdB die wachsende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für mehr Rohstoffsicherheit, geringere Energieabhängigkeiten, wirksamen Klimaschutz sowie eine stärkere Wettbewerbs- und Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
  2. Praxisnahe Recyclingquoten und wirksame Anreize können maßgeblich dazu beitragen, die Nachfrage nach Recyclingrohstoffen zu steigern und den weiteren Ausbau des chemischen Recyclings zu beschleunigen.
  3. Mit seiner chemischen Recyclingtechnologie stellt RAMPF aus Polyurethan- und PET-Abfällen hochwertige Recycling-Polyole für neue Anwendungen her. Diese sparen gegenüber Neupolyolen mehr als 40 Prozent CO₂ ein und bieten zugleich klare Vorteile gegenüber anderen Verfahren.

 

Kreislaufwirtschaft in der Praxis: Innovative Recyclingtechnologien für Kunststoffabfälle und praxistaugliche politische Rahmenbedingungen standen im Mittelpunkt des Besuchs von Florian Bilic, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Pirmasens und Berichterstatter für die Kreislaufwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, bei RAMPF in Pirmasens-Gersbach.

Die Kreislaufwirtschaft ist längst kein Zukunftsszenario mehr, sondern eine ökologische und wirtschaftliche Notwendigkeit. Entscheidend ist, dass sich Nachhaltigkeit sowohl für die Umwelt als auch für Unternehmen auszahlt, die in Technologien investieren, mit denen aus Reststoffen neue Rohstoffe gewonnen und leistungsfähige Produkte hergestellt werden,

betonte Florian Bilic gleich zu Beginn.

Zum einen verdeutlichten Rohstoffknappheit, globale Rohstoff- und Energieabhängigkeiten, der Klimawandel sowie die zunehmende Umweltverschmutzung die wachsende Bedeutung der industriellen Wiederverwertung von Abfällen.

Zum anderen geht es um den Wirtschaftsstandort Deutschland: Unsere Unternehmen verfügen über das technologische Know-how und die Innovationskraft, um mit modernen Recyclingtechnologien eine Vorreiterrolle in einem wachsenden Zukunftsmarkt einzunehmen und neue Arbeitsplätze zu schaffen,

ergänzte der studierte Betriebswirt.

Wertschöpfung statt Entsorgung: Chemisches Recycling von Kunststoffabfällen

Seit mehr als 30 Jahren entwickelt die RAMPF-Gruppe an ihrem Standort in Pirmasens Technologien für die chemische Wiederverwertung von Kunststoffabfällen. Das Unternehmen betreibt dort zwei der größten multifunktionalen Recyclinganlagen Europas. Unter Einsatz des Solvolyse-Verfahrens werden aus Polyurethan- und PET-Abfällen maßgeschneiderte Recycling-Polyole gewonnen, die als hochwertige Rohstoffe für neue Produkte dienen.

Polyole sind ein Grundbaustein von Polyurethanen und werden üblicherweise auf Basis von Erdöl hergestellt. Unsere Recycling-Polyole gewinnen wir aus Kunststoffabfällen zurück. Sie dienen als hochwertige Ausgangsmaterialien für neue Polyurethan-Anwendungen, beispielsweise für Dämmstoffe oder Blockmaterialien im Modell- und Formenbau. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft: Unsere Produkte sparen gegenüber Neupolyolen über 40 Prozent CO₂ ein und bieten klare Vorteile gegenüber anderen Verfahren,

erklärte Alexander Ege, Chief Technology Officer (CTO) von RAMPF Advanced Polymers.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Integration nachwachsender Rohstoffe wie Raps- und Rizinusöl in die Polyolherstellung. Mit diesen biobasierten Lösungen bietet das Unternehmen der Polyurethan-Industrie eine weitere ressourcen- und umweltschonende Alternative zu konventionellen Rohstoffen.

 

Recyclingquoten mit Augenmaß

Chemisches Recycling ist durch die Nutzung von Abfällen als Rohstoff grundsätzlich wirtschaftlich attraktiv. Für eine wettbewerbsfähigere Produktion von nachhaltigen Polyolen braucht es jedoch größere Mengen und marktwirksame Anreize. Da erdölbasierte Systeme derzeit noch günstiger sind, kommt praxisnah ausgestalteten Recyclingquoten eine entscheidende Bedeutung zu.

Der Anteil recycelter oder biobasierter Rohstoffe muss ambitioniert, aber zugleich realistisch sein. Politik und Industrie müssen gemeinsam einen technisch machbaren und wirtschaftlich tragfähigen Startwert definieren, der eine echte Lenkungswirkung entfaltet. Entwickeln sich Technologien und Märkte positiv, kann die Quote schrittweise erhöht werden,

so Michael Kugler, Director of Sustainability bei RAMPF Advanced Polymers.

Von der Schuh- zur Recycling-Hauptstadt

Die Region hat die Chance, sich von der einstigen Schuhhauptstadt zu einem führenden Zentrum für chemisches Recycling zu entwickeln und neue industrielle Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür werden wir unsere Technologien konsequent weiterentwickeln. Gleichzeitig sind praxistaugliche Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene entscheidend, um Investitionen und Innovationen voranzutreiben,

blickt Marco Werth, Director Business Center Recycling Polyols bei RAMPF Advanced Polymers, optimistisch auf die Zukunft des Standorts Pirmasens.