Glossar

Mineralguss

Mineralguss – auch als Polymerbeton bezeichnet – ist ein innovativer Verbundwerkstoff, der überwiegend aus mineralischen Füllstoffen und einem polymeren Bindemittel besteht. Typische Füllstoffe sind Quarzkies, Quarzsand und Gesteinsmehl, die mit einem geringen Anteil Epoxidharz als Binder verbunden werden.
Aufgrund seiner hervorragenden Schwingungsdämpfung, hohen Steifigkeit und thermischen Stabilität wird Mineralguss bevorzugt im Maschinen‑ und Anlagenbau eingesetzt, insbesondere für Maschinenbetten und Maschinengestelle.

Aufbau und Funktionsweise von Mineralguss

Mineralguss besteht in der Regel zu über 90 % aus mineralischen Bestandteilen. Diese sorgen für Masse und Steifigkeit. Der Epoxid‑Binder verbindet die Körner formschlüssig miteinander und übernimmt die Kraftübertragung zwischen den Füllstoffen.

Typischer Aufbau:

  • Mineralische Zuschläge (Quarze, Gesteine)
  • Epoxidharz‑Bindemittel
  • Optional Additive zur Einstellung spezifischer Eigenschaften

Der Werkstoff wird kalt gegossen, wodurch keine thermischen Spannungen entstehen und sehr maßhaltige Bauteile realisiert werden können.

Merkmale und Besonderheiten von Mineralguss

  • Sehr hohe Schwingungs‑ und Vibrationsdämpfung
  • Hohe Biegesteifigkeit
  • Sehr gute thermische Stabilität
  • Kein Verzug durch Abkühlen (kaltes Gießverfahren)
  • Gute Chemikalien‑ und Korrosionsbeständigkeit
  • Hohe Gestaltungsfreiheit (integrierte Kanäle, Inserts)
  • Geringerer Energieaufwand bei der Herstellung im Vergleich zu Metallguss

Im Vergleich zu Stahl oder Grauguss weist Mineralguss eine deutlich höhere innere Dämpfung auf.

Typische Anwendungsfälle
Mineralguss wird vor allem eingesetzt in:

  • Maschinenbetten und Maschinengestellen
  • Werkzeugmaschinen
  • Präzisions‑ und Hochleistungsmaschinen
  • Portal‑ und Gantry‑Systemen
  • Dosier‑ und Applikationsanlagen
  • Mess‑ und Inspektionssystemen

Besonders bei hochdynamischen und schwingungssensiblen Anwendungen entfaltet Mineralguss seine Vorteile.

Praxisbeispiele

  • Maschinenbett aus Mineralguss, das Vibrationen deutlich reduziert und die Bearbeitungsgenauigkeit erhöht
  • Maschinengestell mit integrierten Kühlkanälen, direkt im Mineralguss ausgeformt
  • Portalmaschine auf Mineralguss‑Basis, ausgelegt für hochpräzise Bewegungsabläufe

Vorteile und Nutzen von Mineralguss

  • Deutlich verbesserte Schwingungsdämpfung
  • Höhere Bearbeitungs‑ und Prozessgenauigkeit
  • Langzeitstabile Geometrie
  • Gute Temperatur‑ und Umgebungsbeständigkeit
  • Hohe Freiheit in Konstruktion und Integration
  • Reduzierter Wartungsaufwand
  • Energieeffizientere Herstellung gegenüber Metallguss

Häufige Fragen (FAQ)

  • Was ist Mineralguss?
    Ein Verbundwerkstoff aus mineralischen Füllstoffen und Epoxidharz als Binder.
  • Warum wird Mineralguss im Maschinenbau eingesetzt?
    Wegen seiner hohen Dämpfung, Steifigkeit und thermischen Stabilität.
  • Ist Mineralguss besser als Stahl oder Grauguss?
    Nicht grundsätzlich – aber für schwingungskritische und hochpräzise Anwendungen oft überlegen.
     


Mineralguss (Polymerbeton) ist ein leistungsstarker Werkstoff für den modernen Maschinen‑ und Anlagenbau. Durch die Kombination aus mineralischen Füllstoffen und Epoxidharz‑Binder entstehen Bauteile mit exzellenter Schwingungsdämpfung, hoher Steifigkeit und langfristiger Maßstabilität. Besonders für Maschinenbetten, Gestelle und Präzisionssysteme bietet Mineralguss entscheidende Vorteile und stellt eine wirtschaftliche Alternative zu klassischen Metallwerkstoffen dar.