Glossar

Kanülenvermessung

Die Kanülenvermessung ist ein Mess‑ und Kontrollverfahren zur exakten Bestimmung der Position einer Auslaufkanüle oder Dosierdüse. Sie dient dazu, Abweichungen in Lage, Höhe oder Ausrichtung zuverlässig zu erkennen und bei Bedarf automatisch zu korrigieren.
Die Kanülenvermessung ist ein wichtiger Bestandteil moderner Dosier‑, Verguss‑ und Applikationssysteme, insbesondere in automatisierten CNC‑ oder Roboteranwendungen.

Funktionsweise und Bedeutung
Bei der Kanülenvermessung wird die Position der Düsenspitze kontaktlos mithilfe von optischen Messsystemen, meist Laser‑ oder Kamerasystemen, erfasst. Die gemessene Ist‑Position wird mit einer Soll‑Position verglichen, die in der Steuerung hinterlegt ist.

Typischer Ablauf:

  • Anfahren einer definierten Vermessungsstation
  • Optische Erfassung der Kanülenposition (Laserstrahl, Lichtschranke oder Kamera)
  • Berechnung der Abweichung in X‑, Y‑ und/oder Z‑Richtung
  • Automatische Korrektur der Position durch die Steuerung oder den Roboter

So kann sichergestellt werden, dass die Dosierung millimetergenau oder sogar im Mikrometerbereich erfolgt.

Merkmale und Besonderheiten der Kanülenvermessung

  • Berührungslose Messung
  • Hohe Wiederhol‑ und Positioniergenauigkeit
  • Automatisierte Integration in Dosierprozesse
  • Erkennung von verbogenen oder verschobenen Kanülen
  • Korrektur ohne manuelles Eingreifen
  • Erhöhte Prozess‑ und Dosiersicherheit
  • Besonders wichtig bei feinen Strukturen und engen Toleranzen

Die Kanülenvermessung wird häufig periodisch oder nach einem Kanülenwechsel durchgeführt.

Typische Anwendungsfälle
Die Kanülenvermessung kommt unter anderem zum Einsatz bei:

  • Klebstoffdosierung
  • Verguss‑ und Imprägnierprozessen
  • Schaum‑ und Dichtstoffapplikationen
  • In‑situ‑Dichtungssystemen
  • Roboter‑ und CNC‑gestützten Dosieranlagen
  • Hochpräziser Elektronik‑ und Mikrodosierung

Praxisbeispiele

  • Laserbasierte Kanülenvermessung vor dem Start eines Dosierzyklus zur Sicherstellung präziser Kleberaupen
  • Automatische Positionskorrektur einer Dosierdüse nach Kanülenwechsel
  • Vermessung in einer Roboterzelle, um Bauteiltoleranzen und Kanülenverschleiß auszugleichen

Vorteile und Nutzen der Kanülenvermessung

  • Konstante Dosierqualität
  • Vermeidung von Fehlplatzierungen
  • Reduzierung von Ausschuss
  • Höhere Prozess‑ und Wiederholsicherheit
  • Geringerer Einricht‑ und Wartungsaufwand
  • Sicherer Betrieb auch bei langen Produktionsläufen
  • Ideal für automatisierte Serienproduktion

Häufige Fragen (FAQ)

  • Was ist Kanülenvermessung?
    Die genaue Erfassung der Position einer Dosierkanüle oder Düsenspitze.
  • Warum ist Kanülenvermessung notwendig?
    Um Dosierfehler durch Positionsabweichungen zu verhindern.
  • Wie erfolgt die Kanülenvermessung?
    Meist kontaktlos mit Laser‑ oder optischen Sensorsystemen.

     

Die Kanülenvermessung ist ein unverzichtbares Verfahren für präzise, stabile und reproduzierbare Dosierprozesse. Durch die optische Kontrolle und automatische Korrektur der Kanülenposition wird eine konstante Applikationsqualität gewährleistet. Besonders in hochautomatisierten Dosier‑ und Vergussanlagen trägt die Kanülenvermessung entscheidend zur Prozesssicherheit, Qualität und Wirtschaftlichkeit bei.