Glossar
Dünnschichtentgasung
Die Dünnschichtentgasung ist ein Verfahren zur Entgasung von Flüssigkeiten, bei dem das Material im Behälter oder einer speziellen Einheit unter Vakuum als sehr dünne Schicht verteilt wird. Durch die vergrößerte Oberfläche können eingeschlossene Luft, Gase oder Feuchtigkeit besonders effizient entfernt werden.
Das Verfahren wird vor allem in der Dosier‑ und Mischtechnik eingesetzt, um die Materialqualität und Prozesssicherheit zu verbessern.
Bedeutung und Funktionsweise
Bei der Dünnschichtentgasung wird das Material nicht als Volumen, sondern als dünner Film (Schicht) an einer Wand oder auf einer rotierenden Fläche verteilt. Gleichzeitig wird ein Vakuum angelegt.
Durch diese Kombination:
- vergrößert sich die Oberfläche des Materials
- verkürzt sich der Diffusionsweg für eingeschlossene Gase
- können Luftblasen schneller entweichen
Die Entgasung erfolgt somit deutlich effektiver als bei herkömmlichem Entgasen großer Materialvolumen.
Abgrenzung zu anderen Entgasungsverfahren
- Volumenentgasung:
Entgasung eines gesamten Materialvolumens – langsamer und weniger effizient - Dünnschichtentgasung:
Entgasung als Film – schneller, kontrollierter und materialschonender
Merkmale und Besonderheiten
- Sehr hohe Entgasungseffizienz
- Geeignet für hochviskose und reaktive Materialien
- Schonende Materialbehandlung
- Reduzierung von Luft- und Gasblasen
- Verbesserung von Misch‑ und Dosierqualität
- Gut integrierbar in Dosieranlagen
Typische Anwendungsfälle
- Dosier‑ und Mischprozesse
- Verguss von Elektronikbauteilen
- Verarbeitung von Epoxid‑ und Polyurethanharzen
- Kleb‑ und Dichtstoffapplikationen
- Schäum‑ und FIPFG‑Prozesse
- Automobil‑, Elektronik‑ und Maschinenbau
Praxisbeispiele
- Vergussprozess, bei dem eine Dünnschichtentgasung Lufteinschlüsse im Harz verhindert
- 2K‑Dosieranlage, in der eine Komponente vor dem Mischen dünnschichtentgast wird
- Klebstoffverarbeitung, bei der Oberflächenfehler durch eingeschlossene Luft vermieden werden
Vorteile und Nutzen der Dünnschichtentgasung
- Deutlich reduzierte Luft- und Gasblasen
- Verbesserte Bauteilqualität
- Höhere Misch‑ und Dosiergenauigkeit
- Erhöhte Prozesssicherheit
- Optimierte Reaktivität von 2K‑Systemen
- Weniger Ausschuss und Nacharbeit
Häufige Fragen (FAQ)
- Was ist Dünnschichtentgasung?
Ein Entgasungsverfahren, bei dem Material unter Vakuum als dünne Schicht verteilt wird, um Gase effizient abzuführen. - Warum ist Dünnschichtentgasung besser als Volumenentgasung?
Weil die größere Oberfläche eine schnellere und vollständigere Entgasung ermöglicht. - Für welche Materialien ist Dünnschichtentgasung geeignet?
Vor allem für reaktive Harze, Kleb‑, Verguss‑ und Dichtstoffe, auch mit hoher Viskosität.
Die Dünnschichtentgasung ist ein hocheffizientes Verfahren zur Entfernung von Luft und Gasen aus reaktiven Flüssigkeiten. Durch die Entgasung als dünne Materialschicht unter Vakuum wird eine optimale Materialqualität erreicht. Besonders in Dosier‑, Misch‑ und Vergussprozessen trägt die Dünnschichtentgasung entscheidend zur Prozesssicherheit, Bauteilqualität und Wirtschaftlichkeit bei.