Glossar
Kolbendosierpumpen
Kolbendosierpumpen sind volumetrisch arbeitende Dosierpumpen, die Materialien durch das geregelte Bewegen eines Kolbens in einem Zylinder fördern. Dabei wird das Medium nicht kontinuierlich „verdrängt“, sondern definiert portioniert dosiert – jeder Kolbenhub entspricht einem exakt festgelegten Fördervolumen.
Sie sind ein zentraler Bestandteil moderner Dosier‑ und Mischanlagen, insbesondere dort, wo höchste Genauigkeit, große Viskositätsspannen oder abrasive Medien verarbeitet werden müssen.
Funktionsweise und Bedeutung
Kolbendosierpumpen arbeiten nach dem Verdrängungsprinzip. Der Kolben bewegt sich vor und zurück und saugt dabei das Material an bzw. drückt es kontrolliert aus dem Zylinder heraus.
Der grundsätzliche Ablauf:
- Ansaughub: Der Kolben zieht sich zurück und saugt Material in die Kammer.
- Dosierhub: Der Kolben bewegt sich vor und fördert das Material in Richtung Mischkopf oder
- Applikationspunkt.
Das Fördervolumen ergibt sich aus:
- Kolbendurchmesser
- Hubweg
- Hubgeschwindigkeit
Dadurch lassen sich selbst kleine Dosiermengen sehr exakt und reproduzierbar einstellen.
- Einfach‑ und doppeltwirkende Kolbendosierpumpen
- Einfachwirkende Kolbendosierpumpen
Eine Dosierkammer
- Förderung nur während eines Hubes
- Diskontinuierliche Dosierung
- Geeignet für Anwendungen mit geringeren Anforderungen an kontinuierlichen Materialfluss
Doppeltwirkende Kolbendosierpumpen
- Zwei Dosierkammern
- Während eine Kammer fördert, wird die andere befüllt
- Förderung im Auf‑ und Abwärtshub
- Kontinuierliche Dosierung
- Rückschlagventile regeln den wechselweisen Betrieb
Doppeltwirkende Pumpen sind besonders für kontinuierliche Industrieprozesse geeignet.
Merkmale und Besonderheiten von Kolbendosierpumpen
- Volumetrisch exakt dosierend
- Sehr hohe Dosiergenauigkeit
- Geeignet für sehr niedrig‑ bis hochviskose Medien
- Verarbeitung von abrasiven Füllstoffen möglich
- Hohe Druckstabilität
- Gute Reproduzierbarkeit
- Präzise Regelbarkeit über Hub und Geschwindigkeit
Dank ihrer Bauweise sind Kolbendosierpumpen weniger empfindlich gegenüber Viskositätsschwankungen als z. B. Zahnradpumpen.
Typische Anwendungsfälle
Kolbendosierpumpen werden eingesetzt in:
- Polyurethan‑, Epoxid‑ und Silikonverarbeitung
- Dosier‑ und Mischanlagen mit dynamischem Mischkopf
- Verguss‑ und Imprägnierprozessen
- Kleb‑ und Dichtstoffdosierung
- Medien mit abrasiven Füllstoffen
- Hoch‑ und niedrigviskosen Materialien
Bei RAMPF‑Dosieranlagen arbeiten Kolbendosierpumpen häufig in Kombination mit Zahnradpumpen, je nach Materialanforderung.
Praxisbeispiele
- PU‑Vergussanlage, bei der Kolbendosierpumpen hochviskose Harz‑Komponenten exakt fördern
- Epoxid‑Dosiersystem, das abrasive Füllstoffe zuverlässig verarbeitet
- 2K‑Mischanlage, in der eine doppeltwirkende Kolbendosierpumpe einen kontinuierlichen Materialfluss sicherstellt
Vorteile und Nutzen von Kolbendosierpumpen
- Höchste Dosiergenauigkeit
- Unabhängig von Materialviskosität
- Geeignet für extrem viskose und abrasive Medien
- Exakte Verhältnisregelung bei 2K‑Systemen
- Hohe Prozess‑ und Wiederholsicherheit
- Robuste, langlebige Bauweise
- Flexible Integration in Dosier‑ und Mischsysteme
Häufige Fragen (FAQ)
- Was sind Kolbendosierpumpen?
Pumpen, die Materialien durch kontrollierte Kolbenbewegung exakt volumetrisch dosieren. - Wofür eignen sich Kolbendosierpumpen besonders?
Für sehr niedrig‑ oder hochviskose sowie abrasive Medien. - Was ist der Vorteil doppeltwirkender Kolbendosierpumpen?
Eine kontinuierliche, pulsationsarme Materialförderung.
Kolbendosierpumpen sind eine präzise, robuste und vielseitige Lösung für anspruchsvolle Dosier‑ und Mischprozesse. Durch das verdrängende Dosierprinzip ermöglichen sie eine exakte und reproduzierbare Materialförderung – selbst bei extremen Viskositäten oder abrasiven Medien. In Kombination mit modernen Dosieranlagen und Mischköpfen sind Kolbendosierpumpen ein zentraler Baustein für hochwertige industrielle Verguss‑, Kleb‑ und Mischprozesse.