Verklebte Steinchen - Maschinenbasis aus Mineralguss - Verklebte Steinchen
 

Schliessen ×

EUROPA

KOREA

NORDAMERIKA

RAMPF denkt global und handelt lokal. Bitte wählen Sie die gewünschte Region und Ihre Sprache über den Button
13.11.2020 | Maschinenbetten und Gestellbauteile

Verklebte Steinchen

Führende Maschinenbauer setzen auf eine Maschinenbasis aus Mineralguss. Warum? Das weiß Dr. Thomas Abel, Laborleiter bei RAMPF Machine Systems.

Herr Dr. Abel, „Verklebte Steinchen“ – ist der Titel ernst gemeint?

Jawohl. Zugegeben, die Formulierung ist recht salopp gewählt, aber letzten Endes verkleben wir tatsächlich „nur“ Steinchen. Ich möchte damit keineswegs tiefstapeln: Es gehört schon einiges an Wissen und Erfahrung dazu, damit am Ende ein Hochleistungswerkstoff wie EPUMENT® Mineralguss entsteht, der im wahrsten Sinne des Wortes die Basis für den Erfolg unserer Kunden bildet.

Der Gesamtprozess bis hin zu einem Maschinenbett mit höchster Präzision ist durchaus komplexer, als es der Titel suggeriert. Die einzelnen Komponenten müssen im Detail aufeinander abgestimmt sein und gleich einem Ensemble miteinander funktionieren – das gilt sowohl für den Werkstoff als auch die einzelnen Fertigungsabteilungen im Herstellungsprozess. Dies zu beherrschen ist die hohe Kunst. Mineralguss bietet eine einzigartige Gestaltungsvielfalt und lässt sich zielgerichtet auf individuelle Anforderungen anpassen. RAMPF Machine Systems hat damit ein Lösungsportfolio wie kein anderes Unternehmen.

Sie sind jedenfalls überzeugt. Wie überzeugen Sie die Werkzeug- und Maschinenbauer?

Natürlich bin ich von unseren Werkstoffen und Lösungen überzeugt. In erster Linie möchten wir das Vertrauen unserer bestehenden und potenziellen Kunden gewinnen. Denn nur dann werden Geschäftsbeziehungen auch langfristig und nachhaltig. Eine unserer Stärken ist die Bündelung von Kompetenzen, sodass bei RAMPF nicht nur ein Produkt erworben wird, sondern immer eine ganzheitliche Lösung. Wir setzen auf Standards, die unsere Kunden kennen, und sind mit unseren Prozessen transparent. Unsere Beratung endet nicht dort, wo die Serienfertigung beginnt: Vielmehr betrachten wir uns als Partner unserer Kunden. Wir überzeugen also nicht, indem wir unsere Wettbewerber schlecht dastehen lassen, sondern indem wir uns und unsere Produkte präsentieren.

Wieso setzen Maschinenhersteller dann noch auf Grauguss? 

Grauguss hat im Maschinenbau durchaus seine Daseinsberechtigung. Mineralguss aber auch, sei es auf Reaktionsharzbasis oder zementgebunden. Wir zeigen seit nunmehr 40 Jahren, dass es sich bei Mineralguss um einen hervorragenden Gestellwerkstoff handelt. Die spezifische Steifigkeit unserer Werkstoffe unterscheidet sich nicht von Grauguss, was insbesondere von unseren Kritikern immer gerne ignoriert wird. Die Dämpfungseigenschaften von Mineralguss sind aber um ein Vielfaches höher.

Wir werden oft auch wegen der vermeintlich schlechteren Ökobilanz kritisiert, weil wir Epoxidharz verwenden. Solche Kritik ist meist sehr pauschal. Der Anteil an Bindemittel ist derart gering, dass Mineralguss aus dem Hause RAMPF am Ende des Lifecycle als gewöhnlicher Bauschutt entsorgt werden kann. Dies wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und rezertifiziert. Übrigens gilt dies für sämtliche Länderverordnungen, also deutschlandweit. Da wir im Abfallrecht die mitunter strengsten Regularien haben, reicht das für eine allgemeine Beurteilung zunächst aus. Bei den Füllstoffen setzen wir außerdem möglichst auf regionale Bezugsquellen, um allein schon die Transportwege kurz zu halten.

Die Stärken von Mineralguss liegen aber auch schon in der Fertigung auf der Hand: Wir können nahezu alle Funktionselemente, die in ein Maschinenbett integriert werden müssen, bereits vor dem Guss in die Form einbauen. Das senkt den Aufwand in der Nachbearbeitung erheblich und führt zwangsläufig zu kürzeren Lieferzeiten. Unsere Prozesse sind außerdem bei Weitem nicht so energieintensiv, weil wir nicht erst Schmelzen erzeugen müssen. 

Ein ohnehin schwächelnder Maschinenbau und jetzt auch noch Corona – machen Sie sich Sorgen?

Nein, und das ist auch gut so, denn Sorgen lähmen. Man muss Krisen als Chancen sehen und die Zeit nutzen, um sich entsprechend zu positionieren. Ich bin überzeugt, dass der Maschinenbau auch in Zukunft eine Schlüsselbranche bleiben wird. Denken Sie nur an die großen Themen E-Mobilität, Erneuerbare Energien, Klimawandel. Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Die Märkte werden sich verändern, manche Branchen werden schrumpfen, andere wachsen, neue hinzukommen und andere verschwinden. Mit anderen Worten: Die Bedürfnisse werden sich ändern. Alles ist dynamisch. Die Sensibilität für diese Veränderungen ist eine der großen Stärken, die unsere Unternehmensgruppe auszeichnet. 

Nach der Krise ist vor der Krise?

Man muss die Dinge vielleicht etwas auseinanderhalten. Aufgrund einer Krise braucht man Prinzipien nicht über Bord zu werfen. Aber wir gehen gerade alle durch eine schwierige Zeit und es wäre fatal, würden wir hieraus nicht lernen und unsere Schlüsse für Veränderungen ziehen. Ich bin mir sicher, dass wir über Abhängigkeiten nachdenken und diskutieren werden. Die neue Weltwirtschaft wird eine andere sein mit wesentlich mehr Diversifizierung. Insbesondere für Dritte-Welt- und Schwellenländer bestehen hier meiner Ansicht nach große Chancen. Die Gesellschaft wird am Ende wieder etwas enger zusammengerückt sein.

Interessante Artikel
18.05.2020
Domestic Sourcing – Versorgungssicherheit auch in Krisenzeiten
Die beste Technik ist nur dann von Nutzen, wenn sie just in time – zur gewünschten Zeit, in der erforderlichen Qualität und in ausreichender Menge – zur Verfügung steht. Dafür sorgt RAMPF Machine Systems mit fünf Produktionswerken…